Hauptmenü

Besucherzähler

98199
TodayToday5
YesterdayYesterday16
This WeekThis Week118
This MonthThis Month484
All DaysAll Days98199
44.221.70.232
Arbeits- und Forschungsschwerpunkte PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   

 

 

Achtung: Bitte die Seite bis ganz unten durchscrollen (mit Mausrädchen). Es gibt eine ganze Menge noch zu lesen.

 

 

 

 

Arbeitsschwerpunkte


· Forschung und Lehre „Pädagogisches Psychodrama“an der Technischen Universität Darmstadt

· Lehreraus- und -weiterbildung zusammen mit dem Arzt und Therapeuten Dr. med Bernd Frederich, Darmstadt, Schwerpunkt medizinisch-therapeutische und humanistische Aspekte des Lehrerberufes.

· Mitwirkung beim Innovationsforum der iMedia (integrative Medienbildung) 2006 in Mainz

· Leitung von Workshops im Zusammenhang mit dem Vortrag von Dr. med. Bernd Frederich (+)  "Der ideale Lehrer", veranstaltet vom Staatlichen Schulamt Darmstadt.

· Veröffentlichung mit Koautorin: "Referendarjahre sind keine Herrenjahre", Berufsbildende Schule, 1985 (aber immer noch aktuell). Link

· Mitarbeit in der "Akademie Innere Bildung"

· Leitung eines Workshops "Pädagogisches Psychodrama bei der Arbeit mit benachteiligten Jugendlichen" an der Hochschule Darmstadt anlässlich der Studienwoche für Berufspraktikantinnen und Berufspraktikanten (Februar 2009).

· Veröffentlichung: "Das Pädagogische Psychodrama in den Besonderen Bildungsgängen der Beruflichen Schulen - Eine Grounded - Theory Studie in Klassen mit benachteiligten Jugendlichen"

  • Sprecher der Bürgerinitiative "Keinen LKW-Transit über den Rossberg" 

- Mehrwöchiger ehrenamtlicher Aufenthalt in Radauti / Rumänien im Rahmen einer SES-Entsendung (Senior-Experten-Service - s.a.: www.SES-bonn.de) an einer Förderschule für benachteiligte Jugendliche, insbesondere gesellschaftliche Benachteiligungen (Romaproblematik).

Folgeeinsatz durchgeführt im März/April 2013

Kompaktseminare zum Thema "Psychodrama",  durchgeführt an der Fachschule für Sozialwesen in Speyer 2014 und 2015

Ehrenamtlicher Einsatz beim SES "Senior Experten Service" im Projekt "VERA - Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen". Hier: Unterstützung von Studierenden an der Fachschule für Informatik im Bereich der Mathematik.

Unterstützung einer Studentin aus Afghanistan im Bereich Pädagogik

 

 

 

Rezension zu meiner Veröffentlichung:

Quelle: Zeitschrift für Psychodrama und Soziometrie

Band 7 Heft 1 März 2008, S. 145

Autor: Henning Strunk

"Wolfgang Pomowski

Das Pädagogische Psychodrama in Besonderen Bildungsgängen der Beruflichen

Schulen

Eine Grounded-Theory-Studie in Klassen mit benachteiligten Jugendlichen

Paderborn: Eusl-Verlagsgesellschaft mbH, 262 Seiten, 2006, € 25,00

ISBN: 3-933436-74-5

Wenn benachteiligte Jugendliche aus Migrationskontexten und bildungsfernen Milieus

ihre Wut und Frustration durch Aggression und Gewalt nach außen tragen, wird derzeit

über ‚Erziehungscamps‘, ‚Warnschussarrest‘ und ‚Wegsperren‘ debattiert – die Medien

skandalisieren spektakuläre Einzelfälle, die (an Wahlkampf orientierte) Politik begegnet

der daraus resultierenden Kriminalitätsfurcht mit Forderungen nach einer Verschärfung

des Jugendstrafrechts. Zeitgleich werden Medien und Politik durch aktuelle Studien

scheinbar überrascht – auf die ‚neue (alte) Unterschicht‘, das ‚abgehängte Prekariat‘

und das ‚Bildungsproletariat‘ aufmerksam.

Einer Politik der Exklusion steht strukturell nahtlos eine Pädagogik der Exklusion gegenüber,

die benachteiligte Jugendliche bereits früh in untere Bildungsgänge der Haupt und

Sonderschulen abschiebt, um sie dort der institutionalisierten Chancenlosigkeit preis

zu geben. Nach den Ressourcen, den Träumen, dem Potential der Jugendlichen wird gewöhnlich

nicht gefragt. Genau dies aber macht Wolfgang Pomowski: Er möchte sie nicht

aufgeben und abstempeln, sondern ihnen durch Vertrauen und Toleranz Selbstwertgefühl,

soziale Kompetenz und Ich-Stärke vermitteln. Als Methode dient ihm das ‚Pädagogische

Psychodrama‘, mit dem der Autor durch Praxis, Forschung und Lehre intensiv vertraut ist.

Sein nun erschienenes Buch bietet nicht nur eine fundiert durchgeführte und ausgewertete

qualitative Studie zu den Wirkungen des Pädagogischen Psychodramas bei benachteiligten

Jugendlichen in Besonderen Bildungsgängen beruflicher Schulen (deren Schulkarrieren

weitgehend von Misserfolg geprägt und deren Berufsaussichten äußerst schlecht sind),

sondern auch einen facettenreichen und kreativen Einblick in die pädagogisch-psychodramatische

Interaktion und Kommunikation in der Projektarbeit.

Pomowski versteht sich ausdrücklich als Humanistischer Pädagoge – er ist Mitinitiator

und Lehrbeauftragter des Ergänzungsstudienganges ‚Berufspädagogische Maßnahmen zur

Förderung benachteiligter Jugendlicher bei der Berufseingliederung‘ an der TU Darmstadt

und arbeitet warmherzig und engagiert daran, künftigen Lehrern mit dem Pädagogischen

Psychodrama eine Methode an die Hand zu geben, mit Gewalt, Frustration, Verweigerung

und Stigmatisierung ressourcenorientiert und verständnisvoll umzugehen. Seine herzliche

Begeisterung, Parteilichkeit und Empathie sind trotz des wissenschaftlichen Anspruches

und der dadurch angemessenen Sachlichkeit auf jeder Seite des Buches spürbar und ermuntern

den Leser, selbst initiativ zu werden.

Das Buch ist systematisch und unmittelbar schlüssig aufgebaut, sehr verständlich formuliert

und glänzt durch klug platzierte Zwischenresümees, welche das Nachvollziehen

von Inhalt und Aufbau zusätzlich erleichtern. Zunächst klärt der Autor relevante Begriffe,

Forschungsfragen, Zielformulierungen und Aufbau seiner Untersuchung. Pomowski möchte

seine durch langjährige Praxis gewonnene Überzeugung wissenschaftlich untermauern,

durch das Pädagogische Psychodrama könne der einzelne Jugendliche ‚ihm entgangene

oder vorenthaltene Chancen zur Initiierung von Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl erfahren,

was sich auf sein Sozialverhalten positiv auswirken könnte‘ (S. 29). Durch Erfolgserlebnisse

und Identitätsgewinn ‚soll erkannt werden, dass Gewalt ein ungeeignetes Mittel

zur Problembewältigung ist‘ (S. 24).

Kenntnisreich und flüssig geschrieben führt Pomowski erst in Entwicklung und Grundlagen

des Pädagogischen Psychodramas ein, um anschließend sein Untersuchungsdesign

vorzustellen: Als theoretische Grundlage rekurriert er auf die ‚Grounded Theory‘– mittels

Hypothesen bildet er auf der Basis der Datenauswertung der Transkriptionen von

Videosequenzen Kernkategorien mit Benennung eines ‚roten Fadens‘, um so zu einer

gegenstandsbezogenen Theorie und dadurch zur Beantwortung der Forschungsfrage zu

gelangen.

Im Folgenden protokolliert und dokumentiert der Autor zwei mit Hilfe des Pädagogischen

Psychodramas durchgeführte Projekte zu den Themen ‚Beziehungsstress‘ und

Irak-Krieg-Konferenz‘ – Themen, die von den Jugendlichen selbst gewählt wurden. Im

Anschluss an die umfangreiche und inspirierte Auswertung der Daten gibt der Autor transparent

und objektiv Einblick in sein Vorgehen bei der axialen und selektiven Kodierung

sowie der Validierung durch Triangulation, wobei dem Leser hier gehobene Kenntnisse

qualitativer Forschungsmethodik abverlangt werden – der Praktiker dürfte diesen Teil

daher überfordert überspringen und sich ganz der Deskription der Projektarbeit widmen,

deren Besonderheit insbesondere darin liegt, dass das Pädagogische Psychodrama nicht

in Theaterform nach Morenoschem Muster, sondern zielgruppenorientiert als innovatives

Videoprojekt umgesetzt wird.

Zwar beziehen sich die von Pomowski analysierten und ausgewerteten Projekte

allein auf den schulischen Kontext, eine Übertragung auf Kontexte der Jugendhilfe

scheint aber unmittelbar nahe liegend. Somit richtet sich das Buch nicht nur an (Berufs-

bzw. Hauptschul-) Lehrer, sondern auch an Sozialpädagogen. Praktiker erhalten

detailliert Einblick in die Verfahren und Techniken des Pädagogischen Psychodramas

und somit Anregungen für eigene Umsetzungen, an sozialwissenschaftlicher qualitativer

Forschung Interessierte, die sich – entgegen dem Trend der jüngsten großen Schulstudien

dem einzelnen Menschen in seiner Lebenswirklichkeit zuwenden wollen und sich

nicht mit Statistik zufrieden geben, können ein beispielhaft ausgearbeitetes, engagiert

umgesetztes und hervorragend dokumentiertes Forschungsdesign nachvollziehen. Dem

Buch ist daher großes Interesse und fruchtbare Resonanz sowohl in Praxis als auch

in Theorie zu wünschen – selten wird ein pädagogisches Konzept als Antwort auf die

vorherrschende professionelle wie öffentliche Ratlosigkeit so voller ‚Herzblut‘ und zugleich

höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen genügend formuliert.

Henning Strunk, Gechingen"

siehe auch unter "Arbeitsschwerpunkte" Artikel aus dem Darmstädter Echo  "Klassenzimmer als Filmstudio"

Das Pädagogische Psychodrama bei

benachteiligten

Jugendlichen und Jugendlichen mit

Migrationshintergrund


Der wirtschaftliche und gesellschaftliche Umbruch in unserem Land hat zur Folge, dass die Zahl der benachteiligten Jugendlichen ständig wächst. Die Schulen sind darauf nur unzureichend oder gar nicht vorbereitet und in Ermangelung geeigneter Konzepte zunehmend überfordert. Die Vorgänge an der Rütli-Schule in Berlin sind nur die Vorboten von Signalen, die als Hilferufe von Jugendlichen, aber auch von Lehrerinnen und Lehrern, betrachtet werden können.

Das Pädagogische Psychodrama kann eine Antwort auf diese Ratlosigkeit der Lehrer sein. Aus einer besonderen Therapieform des Wiener Arztes und Therapeuten Jakob L. Moreno, dem Psychodrama, ist das Pädagogische Psychodrama entwickelt worden. Hierbei haben benachteiligte Jugendliche die Chance, in eine andere Welt „abzutauchen“, um dann Dinge zu erleben, die ihnen die Gesellschaft bislang verwehrte. Sie lernen Fähigkeiten und Ressourcen an sich kennen, die ihnen bis dahin verborgen geblieben waren.

Sie spüren zum ersten Mal so etwas wie Selbstwertgefühl. Eigenschaften wie Stolz, Kooperationsbereitschaft, Toleranz, Akzeptanz des Anderen und Vertrauen zum Lehrer, aber vor allem die Reduzierung der Gewaltbereitschaft sind nur einige Veränderungen, die nach der Durchführung des Pädagogischen Psychodramas beobachtet und auch wissenschaftlich verifiziert werden konnten.

Bei problembehafteten Jugendlichen mit Migrationshintergrund sind die Ursachen dafür in vielen Bereichen die gleichen wie bei sozial benachteiligten Jugendlichen. Auch hier konnten durch das Pädagogische Psychodrama vergleichbare Ergebnisse nachgewiesen werden.

In der ersten Veranstaltung wird das Psychodrama und das daraus folgende Pädagogische Psychodrama erklärt. Es werden die Veränderungen im Sozialverhalten bei benachteiligten Jugendlichen an Hand der Forschungsergebnisse vorgestellt und Filmprojekte der Jugendlichen gezeigt.

In der zweiten Veranstaltung soll ein Video-Projekt auf der Basis des Pädagogischen Psychodramas gemeinsam geplant werden.

Dr. phil. Wolfgang Pomowski

 

 

 

Die Presse

 

Quelle: Artikel Darmstädter Echo 6.2.2007 von Petra Neumann-Prystaj

Das Klassenzimmer als Filmstudio

Psychodrama: Wie Wolfgang Pomowski durch Videoprojekte Zugang zu sozial benachteiligten Jugendlichen findet

Riesenzoff in der Familie. Der arbeitslose Stiefvater ist schon am Vormittag betrunken, und die hilflose Mutter weiß nicht, ob sie zu diesem Ekelpaket oder zu ihrer tobenden Tochter halten soll. Das Mädchen fühlt sich verraten, verlässt die verwahrloste Wohnung, sucht Zuflucht bei einer Wohngemeinschaft, findet dort Wärme, Zuwendung, Drogen. Stirbt an einer Überdosis.

Das ist nicht die Zeitrafferversion eines Fernsehbeitrags, sondern eines Videofilms, hergestellt von Achtzehn- bis Neunzehnjährigen ohne Schulabschluss. Ihnen ist damit eine tolle Leistung gelungen: Sie haben das Drehbuch gemeinsam entwickelt und spielen vor der Kamera – sich selbst.

Der fertige Film, den jeder als Kopie mit nach Hause nehmen durfte, ist das Endresultat eines erstaunlichen Prozesses, über den Dr. Wolfgang Pomowski ein Buch geschrieben hat. Der Titel: „Das Pädagogische Psychodrama in Besonderen Bildungsgängen der Beruflichen Schulen.“ Pomowski ist Lehrbeauftragter an der Technischen Universität Darmstadt, Schwerpunkt „Humanistische Pädagogiken“, und ein warmherziger Verfechter der These, dass man gesellschaftlich und sozial benachteiligte Jugendliche niemals aufgeben sollte.

Das dreigliedrige Schulsystem in Deutschland teile Kinder viel zu früh in kaum mehr veränderbare Kategorien ein, kritisiert er. Dabei entwickelten sich Fähigkeiten, Kreativität und Interessen erst zwischen zehntem und siebzehntem Lebensjahr. Wer aber einmal als Hauptschüler abgestempelt sei, komme aus dieser Ecke kaum mehr heraus. Untersuchungen hätten gezeigt, dass dies nur einem Prozent der Hauptschüler gelinge.

„Die Jugendlichen möchten und können mehr. Aber keiner interessiert sich dafür. Ihre Antwort darauf ist Gewalt – wie sonst sollen sie sich Gehör verschaffen?“ Pomowski führt als mahnendes Beispiel die Berliner Rütli-Schule an, eine Hauptschule mit 83,2 Prozent ausländischen Schülern, deren Schulleitung einen Hilferuf an die Politiker richtete. Den Lehrern fehlt das pädagogische Konzept, um die Gewalt an ihrer Schule in den Griff zu bekommen.

Aber gibt es das nicht schon längst? Pomowski hat jedenfalls einen Weg gefunden, um an die Jugendlichen des „Motivations- und Bildungslehrgangs für Jugendliche und Erwachsene“ heranzukommen, die von ihren Lehrern schon aufgegeben worden waren. Mit dem von ihm seit 20 Jahren erprobten Instrument „pädagogisches Psychodrama“ half er ihnen, sich selbst zu entdecken und sich ihre Probleme von der Seele zu spielen. Doch er gibt zu, dass es mühsam war, ihr Vertrauen zu gewinnen. „Die erste Zeit war die Hölle. Ich bin bedroht worden, habe alle Formen von japanischen Wurfmessern kennengelernt. Aber wenn wir etwas gemeinsam machten – Frühstücken oder einen Ausflug – dann wurde es intensiv.“

Als er, damals noch Fachleiter und Vertreter des Seminarleiters an einem Studienseminar für berufliche Schulen, seine private Videokamera mitbrachte und der Klasse vorschlug, einen Film zu drehen, ging ein Ruck durch die Reihen: „Ich erlebte eine Aggregatszustandsänderung.“

Der Klassenraum wurde einmal die Woche während der Sozialstunden zum Filmstudio. Die Jugendlichen kamen von da an pünktlich, arbeiteten die Pausen durch, verzichteten auf Toiletten- und Rauchpausen, wollten sogar samstags weitermachen. Sie arbeiteten ihre eigenen Lebensgeschichten auf und lernten sich und die Mitschüler von einer ganz neuen Seite kennen: als Kameramann oder -frau, Schauspieler, Regisseure. Erschreckend echt spielten sie sich selbst. Wie sollte die Drogengeschichte des Mädchens enden? Im schwülstigen Drogenrausch? Oder knallhart mit dem Tod? Die Schüler, von denen einige offensichtlich Erfahrung mit Drogen hatten und die ungeniert ihr eigenes Besteck für die Filmaufnahmen mitbrachten – Designerdrogen wurden durch Süßstoffpillen ersetzt – diskutierten lange, entschieden sich dann aber für die Version mit dem Goldenen Schuss.

Seit diesem ersten, vor einigen Jahren entstandenen Videofilm sind – zum Beispiel in der Peter-Behrens- und Erasmus-Kittler-Schule – weitere Filme zu anderen brisanten Themen entstanden: einmal ging es um eine Irak-Krieg Konferenz, ein anderes Mal um privaten Beziehungsstress.

Junge Türkinnen wünschten sich immer wieder, mit Klassenkameraden eine bestimmte Situation nachspielen zu dürfen: Sie stellten ihren Eltern den deutschen Freund vor und gestanden ihnen, dass sie ihn lieben. Darauf reagierten die von Mitschülern dargestellten Papas erst mal mit einer (angedeuteten) saftigen Ohrfeige – wie im richtigen Leben.

Die Aufarbeitung von Lebenssituationen im Stegreifspiel – und nichts anderes ist das Psychodrama – ermöglicht auch Menschen, die sich sprachlich nicht gut verständigen können, sich klar auszudrücken. Spielend lernen sie Handlungsweisen kennen, die ihnen bisher fremd gewesen waren. Das weitet ihren Horizont, hilft ihnen, ihr Sozialverhalten zu ändern und zu ihren Gefühlen zu stehen. „Das Ergebnis verändert den Menschen“, ist Pomowski überzeugt. Positiv.

Die Schüler meinten, ein solches Video-Projekt passe gut ans Ende der Berufsschulzeit, damit man „eine schöne Erinnerung“ mitnehmen könne. Lehrer mit Erfahrung empfehlen das Psychodrama zu Beginn der Berufsschulzeit. So könne man schnell miteinander warm werden.

„Wir hätten auf der Welt weniger Probleme, wenn wir uns in andere besser hineinversetzen könnten“, ist Pomowski überzeugt. Er hofft, dass sich noch viele Lehrkräfte für das pädagogische Psychodrama begeistern lassen. „Man braucht nur Mut dazu – und eine Videokamera.“

 

Petra Neumann-Prystaj
6.2.2007

 

Gefunden:  (Zugriff am 10.12.2012)

Quelle:

http://www.gesis.org/sofiswiki/Das_P%C3%A4dagogische_Psychodrama_in_besonderen_Bildungsg%C3%A4ngen_der_beruflichen_Schulen._Eine_Grounded-Theory-Studie_in_Klassen_mit_benachteiligten_Jugendlichen

 

"Inhalt

Zu Beginn des letzten Jahrhunderts errichtete der Wiener Arzt und Psychotherapeut Jakob L. Moreno ein Stehgreiftheater, ein Theater ohne Bühne und Schauspieler, in dem die Besucher die Akteure sind. Diese spielten ihre täglichen kleinen und großen Probleme in Form von spontan inszenierten Dramen unter Einbezug der anderen Gäste nach. MORENO beobachtete sowohl bei den Protagonisten als auch bei den Mitspielern eine therapeutische Wirkung durch diese Art des Theaters, dem Psychodrama, wie er es nannte. Heute ist das Psychodrama eine anerkannte Therapieform. Der Forscher hat bei seiner Arbeit mit benachteiligten Jugendlichen ähnliche Beobachtungen machen können, wenn die jungen Leute im Rahmen eines Videoprojektes einen Film mit frei gewählter Themenstellung drehten. Die in diesen Klassen sonst üblichen Verhaltensprobleme und Schulablehnungen änderten sich zum Positiven. In der Untersuchung wurden in zwei Klassen der Besonderen Bildungsgänge (BVJ und BBE) jeweils ein Pädagogisches Psychodrama durchgeführt und dabei Daten erfasst, die qualitativ ausgewertet werden sollten. Die Forschungsfrage lautet: Gibt es Veränderungen im Sozialverhalten bei Jugendlichen in den Besonderen Bildungsgängen während und nach der Durchführung eines Pädagogischen Psychodramas und welcher Art sind sie? Der bei den Untersuchungen und Auswertungen einfließende Faktor der Subjektivität des Forschers wurde ebenso wie die Daten aus den durchgeführten Pädagogischen Psychodramen mit dem Paradigmatischen Modell der von Anselm Strauss und Juliet CORBIN entwickelten Grounded Theory in modifizierter Form erfasst und über die Axiale und Selektive Kodierung zu einer gegenstandsbezogenen Theorie entwickelt

 

Grundlegender theoretischer / methodischer Ansatz (Forschungsparadigma):

Die Validierung der Ergebnisse erfolgte durch eine Datentriangulation von bislang nicht verwertetem Videomaterial und Protokollen von in den Klassen beteiligten Lehrern nach dem Muster von Denzin.

Schlagwörter:

Verhaltensänderung, Jugendlicher, Bundesrepublik Deutschland, Berufsschule, Benachteiligtenförderung, soziales Verhalten, Konfliktbewältigung, Psychodrama, Verhaltensauffälligkeit, Video

Klassifikation:

Bildungswesen Sekundarstufe II

Methode:

empirisch, empirisch-qualitativ"

 

 

 

 

 

Rhetorikkurs:

Schweigen ist Silber

Reden ist Gold

Können Sie sich an den Augenblick erinnern, als Sie in einem Tonband zum ersten Mal Ihre eigene Stimme gehört haben?  Anwesende konnten die Stimme Ihnen zuordnen, für Sie jedoch klang sie fremd.

Wie wirken Sie mit Ihrer Sprache und, damit verbunden, mit Ihrer Körpersprache auf andere Menschen?

Kennen Sie sich wirklich von den wenigen Augenblicken vor dem morgendlichen Spiegel?

Mit Hilfe einer Videokamera lernt jeder Teilnehmer sich besser kennen. Mit kleinen Übungen, die sofort nach der Aufnahme gezeigt werden, können Sie einen Eindruck von Ihrer Sprache und deren Wirkung auf andere gewinnen. Kursteilnehmer geben sich untereinander ein Feedback.

Die Übungen sind so aufgebaut, dass niemand fürchten muss, dass er einen „seelischen Striptease“ vorlegen muss. Die Videoaufnahmen werden selbstverständlich sofort gelöscht.

Lehrgangsaufbau:

  1. Tag  von ca. 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr  Kleine Sequenzen mit Schwerpunkten
  2. Tag  von 09.00 Uhr bis ca. 16.00 Uhr  Koordinierung der Sequenzen zu einheitlichen Übungen (Podiumsdiskussion, Parlamentarische Diskussion)
  3. Tag Reflexion, Besonderheiten, auch personenbezogene. Ggfs. im Einzelgespräch

Die Tage müssen aufeinander folgen

Teilnehmerzahl: mindestens sechs, höchstens acht Personen.  Besonders geeignet für Mandatsträger auf kommunaler Ebene.

Gebühr bitte anfragen, richtet sich nach Anzahl der Teilnehmer.

Anfragen unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 

 

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 26. Februar 2023 um 22:38 Uhr